Kita-Fachkraft – Allein zu Haus

April 2020 Was für eine Umstellung: vom Kita-Alltag mit rund 50 Kindern ins Homeoffice – da kann man sich schon mal ein bisschen einsam vorkommen! Damit kinderlose Pädagoginnen und Pädagogen sich auch bei der Arbeit von zu Hause wohlfühlen, hier ein paar Tipps für eine möglichst realistische Arbeitsatmosphäre:

  1. Setz dich mit deiner Arbeit unbedingt auf den Fußboden. (Erfahrene Fachkräfte benutzen dabei kein Sitzkissen und lehnen sich selbstverständlich nicht an!)
  2. Für die passende Geräuschkulisse bietet es sich an, den Fernseher, das Radio, den Staubsauger und den Föhn gleichzeitig laufen zu lassen. (Wer mehr möchte, erstellt sich vorab eine Geräusche-CD. Hierfür bieten sich zum Beispiel folgende Geräusche an: Feuerwehrsirenen, das Schlagen eines Löffels auf einem Kochtopf, das Drücken willkürlicher Tastenkombinationen auf
    dem Klavier, usw.)
  3. Sollte dein Partner bzw. deine Partnerin ebenfalls im Home Office arbeiten, bitte ihn oder sie ca. 300 Mal in der Stunde deinen Namen zu rufen. Außerdem kann er oder sie in deinen Toilettenpausen lauter werdend an die Tür klopfen und fragen, wo du
    bist und was du machst. Alle 20 Minuten sollte dein Partner bzw. deine Partnerin fragen, wann es endlich etwas zu essen gibt.
  4. Leg dir auf jedes Bein einen Sack Kartoffeln und zwei Konservendosen. Unter jeden Arm klemmst du dir ein Paket Mehl. Lies ihnen ein Buch vor. Vorsicht, eine der Konservendosen läuft aus! Versuche nun, vier Pakete Nudeln so zu platzieren, dass sie ebenfalls gut das Buch sehen können! Putze parallel zu deinem Vorleseangebot die Fenster. (Erfahrene Fachkräfte balancieren auf dem Kopf zusätzlich einen Turm aus drei Rollen Toilettenpapier!)
  5. Denke bei deiner Mittagspause unbedingt daran, einen Teil deines Essens auf deine Hose und deinen Pullover zu schmieren. Für die Haare empfiehlt sich übrigens Kartoffelbrei. (Vergiss nicht, dein Mittagessen vor dem Verzehr gut auskühlen zu lassen!)

Kommen wir nun zum letzten, zum wichtigsten Punkt auf der Liste. Früher oder später wirst du traurig werden, denn du vermisst die Kinder. Du sehnst dich danach, auf dem Fußboden sitzend, die längste Eisenbahn der Welt zu bauen. Dir fehlt es, deinen Namen aus einem aufgeregten Stimmengewirr herauszufiltern und du wünscht dir nichts sehnlicher, als ein Kind dabei zu beobachten, wie es ausgelassen durch die Kita tanzt. Du vermisst es, die Welt durch die Augen der Kinder zu sehen und dir Fragen stellen zu lassen, die du dir selbst nie gestellt hättest. Aber am meisten fehlt dir das Lachen.
Und in diesen Momenten wirst du dich erinnern, dass du den schönsten Beruf der Welt hast!

Saskia

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