Film zum Tag des Offenen Denkmals

September 2020 Kita und Schule – so viel Leben in einem ehemaligen Krematorium, das ist schon etwas Besonderes, meinen wir. Deshalb öffnen wir unser Haus zum Tag des Offenen Denkmals auch jedes Jahr gerne für Besucher. In diesem Jahr ist das wegen der Hygienevorschriften zur Eindämmung der Coronapandemie leider nicht möglich. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass drei unserer Pädagogen zum Tag des Offenen Denkmals am 13. September 2020 diesen tollen Film über unser so besonderes Gebäude produziert haben.

Er ist 13 Minuten lang und, wie wir finden, kein bisschen langweilig – aber schauen Sie doch selbst!

Wer sich Zahlen nicht so gut merken kann, findet unten eine Auflistung der wichtigsten Daten und Ereignisse.

800 bis 1752 Es gibt keine bekannten Feuerbestattungen auf deutschem Boden. Sie sind aus religiösen Gründen verboten, denn bei einer Wiederauferstehung soll der Körper unversehrt sein.

1752 Auf Schloss Roßwald in Österreichisch-Schlesien, heute Tschechien, findet die erste Feuerbestattung der Neuzeit statt. Die Ehefrau des Grafen Albert Joseph von Hoditz lässt sich angeblich auf einem Scheiterhaufen verbrennen.

1873 Der „Hamburg-Altonaer Verein für Feuerbestattung“ wird gegründet. Das Ziel dieses Vereins ist der Bau eines Krematoriums und die Zulassung von Feuerbestattungen in Hamburg.

Oktober 1890 bis August 1891 Das Krematorium wird trotz fehlender Betriebsgenehmigung erbaut. Architekt ist Ernst Paul Dorn. Mehr als ein Jahr lang bleibt das Gebäude ungenutzt, weil der Senat die Betriebserlaubnis verweigert.

August 1892 Die Cholera-Epidemie führt zu einem Umdenken.

18.11.1892 Aus hygienischen Gründen werden Feuerbestattungen erlaubt. Einen Tag später findet die erste Einäscherung statt.

1904 Der Platz im Krematorium reicht für die Urnen nicht mehr aus, sie dürfen fortan im so genannten Urnenhain beigesetzt werden. Der Architekt und Leiter des Friedhofes Ohlsdorf, Wilhelm Cordes, gestaltet den Hain.

1911 Zwei Gebäudeteile werden angebaut: das Zimmer für den Geistlichen oder Traueredner (heute das Büro der Schulleitung) und die Eingangshalle, in der sich die Trauergäste vor der Feier versammeln und sich in das Kondolenzbuch eintragen (heute das „Lehrerzimmer“).

1915 Der „Hamburg-Altonaer Verein für Feuerbestattung“ gibt das alte Krematorium und den Urnenhain an die Stadt Hamburg ab.

1918 – 1919 Die Alster wird kanalisiert, gleichzeitig entsteht die heutige Rathenaustraße. Der Hain verkleinert sich dadurch und verliert seinen Alsterzugang.

ab 1932 Das neue von Fritz Schumacher geplante Krematorium entsteht auf dem Gelände des Ohlsdorfer Friedhofs. Das alte Krematorium ist nicht energieeffizient. Außerdem wird die Verbrennungsmethode als ethisch problematisch kritisiert – der Ofen wird nicht heiß genug, manchmal verbrennen Knochen nicht ganz.

ab 1933 Das alte Krematorium wird nur noch für Trauerfeiern genutzt.

1954 Es findet die letzte Beisetzung im Urnenhain statt.

1960 Zum letzten Mal gibt es eine Trauerfeier im alten Krematorium.

Ab 1962 Der Senat beschließt mehrfach den Abriss des alten Krematoriums, die Pläne werden aus Geldmangel nie umgesetzt.

Ab 1981 Eine Bürgerinitiative im Stadtteil kämpft jahrelang für den Erhalt und die Umnutzung des Gebäudes.

1997 Ein privater Investor lässt das alte Krematorium gründlich renovieren. Ein Restaurant zieht ein, später eine Bar.

2003/4 Engagierte Kita-Eltern bei Kinderwelt Hamburg e.V., Mutterträger der Flachsland Zukunftsschulen gGmbH, setzen sich dafür ein, eine Schule zu gründen, an der das bilinguale und offene pädagogische Konzept des Trägers fortgeführt wird.

2008 Kinderwelt Hamburg e.V. gründet mit der Flachsland Zukunftsschulen gGmbH einen eigenen Schulträger. Der erste Jahrgang der neu gegründeten „Zukunftsschule“ lernt noch in provisorischen Räumen. Gleichzeitig beginnt der Umbau des Alsterpalais unter strengen Auflagen des Denkmalschutzes.

Beginn des Schuljahres 2009/2010 Das Alsterpalais, einstmals als Krematorium erbaut, ist jetzt ein Ort zum Leben und Lernen – mit Kita und Schule unter einem Dach.

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