Vielfalt gestalten: Collagen der Jahrgänge 7/8

Mai 2026 Wie sieht Vielfalt eigentlich aus? Mit dieser Frage haben sich in den vergangenen Wochen beide Teams der Jahrgänge 7/8 im Fach Ästhetische Bildung beschäftigt. Entstanden sind ausdrucksstarke Collagen auf DIN A3, die außergewöhnliche Persönlichkeiten in den Mittelpunkt stellen.

Über verschiedene Vorübungen haben sich die Schüler:innen zunächst mit gestalterischen Grundlagen auseinandergesetzt; mit Komposition, mit dem Unterschied zwischen abstrakter und gegenständlicher Darstellung und mit der Mischtechnik aus Collage und Grafik. So wuchs Schritt für Schritt ein Repertoire, aus dem sie für ihr Endwerk schöpfen konnten.

Dieses stand unter dem Leitthema „Vielfalt“. Inspiriert von zwei Büchern – eines davon ist im Eingangsbereich des Alsterpalais zu sehen – wählten die Schüler:innen eine außergewöhnliche Persönlichkeit aus, recherchierten kurz zu ihrem Leben und setzten sie in mehreren Schritten künstlerisch um. Bewusst standen dabei oft übersehene, aber nicht weniger wichtige Menschen im Mittelpunkt – zum Beispiel:

  • Yusra Mardini, deutsch-syrische Schwimmerin, die nach ihrer Flucht 2016 für das Refugee Olympic Team an den Olympischen Spielen teilnahm.
  • Simone Biles, eine der erfolgreichsten Turnerinnen der Welt, die auch für ihren offenen Umgang mit mentaler Gesundheit steht.
  • Irena Sendler, die im Zweiten Weltkrieg unter Lebensgefahr zahlreiche Kinder aus dem Warschauer Ghetto rettete.
  • Luke Ambler, irischer Rugbyspieler und Gründer des „Andy’s Man Club“, der Männern hilft, über ihre Gefühle zu sprechen.
  • Ann Makosinski, eine junge Erfinderin, deren Taschenlampe allein durch Körperwärme funktioniert.

So unterschiedlich diese Menschen sind – sie alle stehen für Mut, Haltung und dafür, Grenzen zu überwinden.

Dass „Vielfalt“ das Thema dieses Projekts wurde, ist kein Zufall: Im Schuljahr 2025/2026 bildet Diversität den Kern unserer Schulentwicklung. In unserer Konzeptwoche im März hat sich das Team intensiv mit Rassismus gegenüber People of Color beschäftigt. Ein Bild aus der Fortbildung begleitet uns seither: „Rassismus ist wie ein ständiges Summen im Hintergrund – meist leise, aber von Zeit zu Zeit wird es lauter.“ Unser Ziel ist es, dieses Summen nicht zu ignorieren, sondern eine Umgebung zu schaffen, in der sich jede:r sicher und gesehen fühlt.

Genau hier setzt das Collagen-Projekt an. Indem sich die Schüler:innen mit Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Lebensrealitäten beschäftigen, erweitern sie ganz selbstverständlich ihren Blick darauf, wer alles Vorbild sein kann. Vielfalt wird so nicht nur besprochen, sondern gestaltet und sichtbar gemacht – ein weiterer Schritt auf unserem Weg zur rassismuskritischen Zukunftsschule.

Diesen Weg gehen wir konsequent weiter: Im Schuljahr 2026/2027 werden wir das Projekt „Schule mit Courage“ partizipativ und gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen weiter voranbringen. Denn Haltung entsteht dort, wo Kinder und Jugendliche selbst mitgestalten und Verantwortung übernehmen können. Zugleich denken wir unser Schwerpunktthema weiter: Aufbauend auf der Diversität rückt im kommenden Schuljahr die Neurodivergenz stärker in den Blick – eine passende Teamfortbildung ist für die Konzeptwoche im März bereits geplant.