Unsere Arbeit in Zeiten von Corona


April 2020 Seit dem 16. März findet kein regulärer Schulbetrieb im Bildungshaus statt. Unsere Arbeit hat sich seitdem stark verändert – unser Anspruch an unsere Arbeit aber nicht. Auch wenn wir uns nicht treffen können, wenn es zurzeit keinen gemeinsamen Alltag im Bildungshaus gibt, sehen unsere Pädagoginnen und Pädagogen es als ihre wichtigste Aufgabe, die Kinder und Jugendlichen weiter individuell in ihrem Lernen zu begleiten, vertrauensvolle Beziehungen zu erhalten und als wichtige Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Jeder von uns steht in dieser Zeit der Corona-Pandemie vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen – das betrifft die Kinder und Jugendlichen genauso wie alle Erwachsenen, es betrifft unser aller Privatleben genauso wie unser Berufs- und Schulleben und es bedeutet, dass wir sehr genau überlegen, was jetzt für wen Priorität hat.

Jeder hat andere Prioritäten

Die Schülerinnen und Schüler des neunten und zehnten Jahrgangs waren mitten in den Prüfungsvorbereitungen als die Corona-Pandemie alles Gewohnte auf den Kopf stellte. Sie haben die schriftlichen Prüfungen inzwischen abgelegt und bereiten sich auf die mündlichen Prüfungen vor. Für sie und ihre Pädagoginnen und Pädagogen hatte das absolute Priorität. Mit technischen Hilfsmitteln, per Videokonferenz, Chat, E-Mail, Telefon und über Internetplattformen ist es gelungen, einen Austausch zu ermöglichen und die Jugendlichen individuell bei den Prüfungsvorbereitungen zu begleiten.

Im Gegensatz dazu sind die Herausforderungen bei den Jüngeren ganz andere. Die Erstklässler hatten sich diesen neuen Alltag mit Schule gerade erst erobert als er von einem Tag auf den anderen plötzlich wegbrach. Die Kontaktsperre ist auch eine Belastungsprobe für neue Freundschaften und die Beziehungen der Kinder zu den Pädagoginnen und Pädagogen. Nicht zuletzt fällt für viele Familien eine wichtige Betreuungseinrichtung weg.
Aus unserer Sicht kann es hier jetzt nicht in erster Linie darum gehen, vorgesehene Inhalte zu vermitteln – viel wichtiger erscheint uns die Frage, wie es gelingen kann, die Kinder weiter individuell in ihrem Lernen zu begleiten, sie im Blick zu behalten, auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

Die Bedürfnisse des Einzelnen im Blick

Dabei zeigt die Erfahrung, dass die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen sehr unterschiedlich sind. Für einige Kinder sind Videochats eine tolle Möglichkeit des Austausches, andere mögen das nicht und schreiben lieber oder telefonieren mit ihren Pädagoginnen und Pädagogen. Einige wünschen sich viele Arbeitsbögen und haben Freude daran, diese zu Hause zu bearbeiten, andere finden zu Hause keine Ruhe und können sich nicht auf schriftliche Aufgaben konzentrieren. Einige stürzen sich geradezu auf die angebotenen Inhalte, andere wollen lieber eigene Projekte umsetzen.

Nicht zuletzt sind die familiären, aber auch die räumlichen und technischen Bedingungen in jeder Familie unterschiedlich. Unsere Pädagoginnen und Pädagogen berücksichtigen diese Unterschiede bei ihrer Arbeit, sie gehen auf die Bedürfnisse der Familien in dieser Situation ein, unterstützen und ermuntern die Kinder, beraten und beruhigen die Eltern. Viele von ihnen arbeiten selbst im Homeoffice – mit den eigenen Kindern, die nochmal ganz andere Bedürfnisse haben.

Das positive Feedback bestärkt uns sehr!



Wir freuen uns über das Vertrauen, das die Familien uns entgegen bringen, sind im Austausch über Sorgen und Erwartungen. Gleichzeitig bestärkt uns das viele positive Feedback der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Eltern, genauso weiter zu machen, mutig zu bleiben, neue Wege auszuprobieren und weiter kreativ mit dieser Krise umzugehen. Und es macht uns auch ein bisschen stolz. Denn wir erleben jeden Tag, dass viele Schülerinnen und Schüler bereits geübt haben, mit neuen Herausforderungen umzugehen, sie sind gewohnt, ihr eigenes Lernen zu gestalten, Schwierigkeiten zu artikulieren und nach kreativen Lösungen zu suchen. Auch weil wir solche Kompetenzen im Sinn haben, nennen wir uns Zukunftsschule.


So vielfältig sind die Projekte und Arbeiten, die unsere Pädagoginnen und Pädagogen im Moment geschickt bekommen:

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